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Woher kommt unser Name?

Die Geschichte unseres Namens ist eng mit der Geschichte des Hofes Heroven in Wattenscheid-Westenfeld verknüpft. Henrich Heroven hat in der Familienchronik verschiedene Theorien zusammengefasst, wie der Name Heroven entstanden sein könnte. Dabei spielen sowohl die soziale Stellung des Hofes als auch seine geografische Lage eine bedeutende Rolle.

Die Theorien in Kürze
Soziografisch
Geografisch
Henrichs Zusammenfassung

 

Die Theorien in Kürze

Soziografisch

Nach dieser Theorie ist unser Name abgeleitet von der gesellschaftlichen Bedeutung des Hofes und seiner Bewohner, namentlich des Hausvorstandes. 1354 wurde nämlich der Hof in einem Wechselbrief als Amtshof Muddinchofe erwähnt (siehe unten, Henrichs Zusammenfassung). Das heißt, dass er unter den Höfen der Bauernschaft eine führende Rolle einnahm. Ihm war zwar noch ein Oberhof mit Namen Nünning vorgesetzt, doch auf lokaler Ebene hatte der Muddinchof die größte Bedeutung. Sein Vorsteher könnte also aufgrund seiner hohen Position der "Herr von oben" oder "Herr über den Hof" genannt worden sein, der "ter Ovene" - eine Bezeichnung, die sich im Lauf der Jahre als Name eingebürgert haben könnte. So gibt es zum Beispiel 1496 einen Hofgeschworenen Evert ter Ovene, 1544 einen Hynrich dar Aven ta Westenfelde (der 1580 plötzlich Hinrichs Hove zur Oven genannt wird und Hofesfrohne Nünnings ist) und 1609 einen Hermann Heroven, der aber auch unter den Namen ter Oven und teroven bekannt ist. Alle diese Leute sind früher oder später dem besagten Hof vorgestanden, waren auf ihm "behandigt".

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Geografisch

Der Name hätte jedoch auch die geografische Lage des Hofes bezeichnen können. Der Hof lag nämlich oberhalb der Bauernschaft Westenfeld nahe am hoch gelegenen Hellweg. Also ist "ter oven" in diesem Sinne räumlich zu verstehen: die Leute "von oben".

Sprachgeschichtlich zwar ein bisschen abwegig, aber vor allem idyllisch wäre die Deutung, dass "Oven" eigentlich als "Ouen" und analog "Aven" als "Auen" zu lesen ist und nichts anderes meint, als dass der Hof zu einer Aue hin gelegen ist - derer es bestimmt nicht gemangelt hat, war der Hof doch lange von Gräften, Siepen und kleinen Wasserläufen des Quell- und Feuchtgebietes Radbecke ("Rattenbecke") umgeben.

 

Henrichs Zusammenfassung

"Nach dem Wattenscheider Heimatforscher Dr. E. Schulte steht der Bauernhof Heroven an der Stelle einer alten frühgeschichtlichen Wallburg. Sie umfaßt eine kegelartig erhöhte Rundinsel, die von einem breiten, von Quellen gespeisten Graben, einer Gräfte, umschlossen war. Bei dem Quellgebiet handelt es sich um die Wattenscheider Radbecke, die in einem Siepen unterhalb des Hellwegs entspringt. Das später Rattenbecke genannte Feuchtgebiet zog sich vom Hellweg, unterhalb des Kommunalfriedhofs bis zur Zeche 'Fröhliche Morgensonne' hin. [...]
Die Wallburg, die einen Durchmesser von etwa 50 Metern hatte und deren Umrisse noch auf alten Katasterzeichnungen verzeichnet sind, diente vermutlich in früheren Zeiten den wenigen Bauern der Westenfelder Bauernschaft als befestigter Platz in Notzeiten. Bringt man das Vorhandensein dieser Wallburg, die doch nur bei Höfen mit dominierender Bedeutung im Gebiet der Bauernschaft zu finden ist, in Zusammenhang mit der Vermutung von Rektor Schwarze, der 1904 sagt, bei diesem bedeutenden Unterhof des probsteilichen Oberhofes Nünning handele es sich um den 1354 in einem Höntroper Wechselbrief erwähnten Amtshof Muddinchofe oder auch Mundeshove genannt, dann könnte diese Ansicht eine gewisse Festigkeit erlangen.
Auf die Bedeutung weist auch die Erklärung des Namens hin: Heroven, Heraven, .Theroffernmann, Herofen, ther Oven. Daroben so wird der Hof im Laufe der Jahrhunderte genannt. Dabei kommt die Bedeutung "Herr über dem Hof" der hervorstechenden Stellung als Unterhof entgegen. Während die Erklärung: Heroben, Daroben = "der Bauer von Oben" der geographischen Lage des Hofes entspricht, der tatsächlich oberhalb der Bauernschaft Westenfeld in Richtung auf den hochgelegenen Hellweg zu stand.

Der Hof ist vermutlich seit 1550 im Besitz der Familie mit Ausnahme der Jahre 1627 bis 1637. Er gehört zu den ältesten Höfen des Wattenscheider Kirchspiels und wird immer wieder in den Registern Westenfelds mal als ther Ovens-, Rovens- oder Heroven-Hofe erwähnt."

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